Was sind die Unterschiede?

TikTok vs. Reels

Was genau ist dieses TikTok eigentlich?

Ganz offiziell gibt es TikTok seit 2018. Tatsächlich ist das Prinzip der App aber nicht neu, denn sie ist der Nachfolger der Social-Media-App musical.ly. Diese hatte 2016 über 140 Millionen Nutzer weltweit. Das Prinzip war einfach: Nutzer filmten sich mit ihrer Handykamera zu einem selbst ausgewählten play-back Lied. Dazu wurde dann getanzt, geturnt oder geschauspielert. 2017 wurde die Marke musical.ly durch das chinesische Unternehmen ByteDance für eine Summe zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro gekauft und unter dem Namen TikTok neu vermarktet.

Was unterscheidet TikTok von Instagram Reels?

TikTok unterscheidet sich vom Prinzip nicht von musical.ly. Viele der musical.ly Nutzer sind nach dem Verkauf an ByteDance mit gegangen und nutzen nun TikTok. Die große Bibliothek an Sounds, die sich nicht nur auf Musik beschränkt, und die einfache Bedienung machen die Anwendung für ihre Nutzer so attraktiv. Bei TikTok besonders beliebt sind allerdings Challenges und Duetts. Wer früh genug neue Challenge-Trends erkennt und mitmacht, kann sich eine große Reichweite erhoffen.

Lange hatte TikTok kaum Mitbewerber auf dem Social Media Markt im Bereich Kurzvideos. Youtube und IGTV verfolgen nicht das Prinzip des schnellen und kurzen Contents. Daher kam es auch dazu, dass Instagram 2020 am Erfolg teilhaben wollte und die Facebook Tochter brachte ihre eigene Version auf den Markt: Instagram Reels

Was sind Reels?
Vom Prinzip sind Reels eine fast exakte Kopie von TikTok. Es gibt aber einige Unterschiede, die man beachten sollte, wenn man sich für eine der beiden Plattformen entscheiden will.

Videolänge

TikTok erlaubt eine Videolänge von bis zu 60 Sekunden. Bei Instagram sind es nur 30 Sekunden.

Videobearbeitung

Eines der Highlights von TikTok sind die vielen Möglichkeiten Videos zu bearbeiten. Besonders die große Auswahl an Filtern und Effekten grenzt es von Instagram ab. Bei Instagram kann lediglich am Anfang ein Filter ausgewählt werden, mit dem dann gefilmt wird. TikTok bietet eine Bandbreite an AR Filtern und Videoeffekten an.

Zielgruppe

Die Zielgruppe bei TikTok ist deutlich jünger als bei Instagram. 85 Prozent der Nutzer sind jünger als 35 Jahre. Instagram hat insgesamt um die 1 Milliarden Nutzer, wobei es bei TikTok „nur“ 700 Millionen sind. Viele Nutzer sind auf beiden Plattformen aktiv, einige allerdings nur auf einer der beiden.

Insights

Bei TikTok zu sehen, wie der eigene Content ankommt, ist recht einfach. Alles, was es dazu braucht, ist ein Pro-Konto. Unter diesem können Daten wie die Likeanzahl, durchschnittliche Wiedergabedauer oder die Gesamtaufrufe eingesehen werden. All das trägt dazu bei, Inhalte zu optimieren und so eine höhere Reichweite zu erzielen. Instagram ist dieses Feature nicht fremd. Schon lange kann man sich hier Statistiken zu Posts anschauen und bekommt dazu noch Daten zur Demografie der Abonnenten oder deren aktivste Zeiten. Allerdings fehlten diese Informationen bis jetzt bei der Reel Kategorie. Die Betonung liegt dabei auf bis jetzt. Denn Instagram hat kürzlich angekündigt, Insights jetzt auch endlich für Reels anzubieten. Dadurch verliert TikTok den Vorsprung, den sie im Bereich Contentanalyse zu Instagram hatten.

Werbemöglichkeiten

Instagram ist schon deutlich länger auf dem Markt als TikTok, daher ist es auch im Bereich der Werbemöglichkeiten weiter. Unternehmen schalten regelmäßig gesponserte Beiträge oder nutzen Influencer zu Werbezwecken. Da Tiktok als werbefrei startete (was wahrscheinlich nicht wenig zum schnellen Erfolg der Anwendung beitrug), ist es hier noch nicht so weit wie Instagram. Es gibt zwar die Möglichkeit der „Branded Hashtags“, Beiträge unter dem Hashtag #Werbung oder #Anzeige sind aber eher rar. Unternehmen, die sich auf TikTok platzieren wollen, tun dies meistens mit eigenen Accounts auf denen sie Trends folgen oder selber originellen Content posten.

Reichweite

Auf TikTok scheint es deutlich einfacher, mit einem Video einen Hit zu landen und viral zu gehen. Das ist auf Instagram etwas schwieriger. Dabei legt Instagram alles daran, seinen Nutzern Reels schmackhaft zu machen. Diese werden auf der Explore Page doppelt so groß dargestellt wie einfache Foto oder Videoposts. Und es ist sehr einfach, die neue Funktion in der App zu finden. Dort, wo vorher unten in er Leiste der Button war um einen neuen Beitrag zu posten, finden sich jetzt die Reels.
Wird man aber bei Instagram einmal „gefeatured“, also anderen Nutzern durch Instagram selbst vorgeschlagen, hat man große Chancen auf eine starke erhöhte Reichweite für die Dauer des Features. Wie genau die Kriterien für ein Feature aussehen, lässt Instagram aber nicht wirklich erkennen. So hilft Regelmäßiges Posten von Reels dabei, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, gefeatured zu werden.

Die Unterschiede zusammengefasst:

Instagram TikTok
Aktive Nutzer (Monatlich) 1 Milliarde 800 Millionen
Demografie 71% der Nutzer sind unter 35 Jahren alt 41% der Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahren alt
Maximale Videolänge 30 Sekunden 60 Sekunden
Werbemöglichkeiten Branded Content und Integrierte Werbeanzeigen Branded Hashtags, Influencer Marketing

TikTok oder Instagram? Was ist besser für mich?

Pauschal lässt sich diese Frage nur schwer beantworten. Natürlich hängt das immer vom Einzelfall, der Zielgruppe und dem Produkt ab. Es spricht aber nichts dagegen auf beiden Plattformen gleichzeitig aktiv zu sein. Zudem ist es sinnig, sich schon einmal den eigenen Namen unter TikTok zu sichern, besonders wenn man unter demselben schon auf Instagram aktiv ist. Sicher ist es einfacher Reels zu posten wenn man schon auf Instagram aktiv ist. Man hat bereits eine Grundlage an Follower aufgebaut denen man seine neuem kleinen Videos präsentieren darf, allerdings bietet TikTok eine ganz neue Art neue Follower zu gewinnen und diese eventuell auch zu Instagram Follower zu konvertieren. Am einfachsten ist der Einstieg zu TikTok (vorausgesetzt man ist schon auf Instagram aktiv) auf Instagram Reels zu posten und diese einfach gleichzeitig auch auf TikTok zu veröffentlichen. Instagram mag als etabliertes Social Media Netzwerk vorteilhafter und nützlicher zu sein als TikTok, der Konkurrent aus China sollte aber unter keinen Umständen unterschätzt werden!